Spiel- und Lernstunde für Welpen 

 

Voraussetzungen der Teilnahme

Bei Eintritt in die Welpenstunde sollte Ihr Hündchen 9 bis 16 Wochen alt sein und  rundum gesund. Den ersten Tierarztbesuch im neuen Zuhause hat es bereits hinter sich. Sein Impfplan ist jetzt in der Regel noch nicht abgeschlossen; die Grundimmunisierung braucht es aber unbedingt.

Zur Anmeldung bringen Sie bitte unbedingt seinen Impfpass mit! Ohne Impfpass müssen wir Sie -  um der Gesundheit aller Hunde willen – wieder nachhause schicken

Nicht alle Welpen finden Ihre neuen Spielkameraden auf Anhieb toll; manche wollen sich zunächst einmal sogar vor ihnen in Sicherheit bringen. Das muss Sie nicht weiter beunruhigen; auch Schüchterne tauen auf! Die Sicherheit Ihres Welpen sind Sie! Natürlich erst, wenn der Welpe Ihnen vertraut. Die Eingewöhnungphase in Ihrem Hausstand – in der Regel dauert sie 3 bis 8 Tage – sollte also hinter ihm liegen. 

Sie tun Ihrem Welpen übrigens keinen Gefallen, wenn Sie ihn in Anbetracht seiner Unsicherheit beruhigen und trösten. Damit signalisieren Sie, dass auch Ihnen die ganze Sache nicht ganz geheuer ist. Strahlen Sie einfach Gelassenheit aus. Tatsächlich erwartet ihn bei uns ja – auch wenn er dem Welpenalter entwachsen ist – Gutes!

Vorbereitung und Ausrüstung

Bitte füttern Sie Ihren Hund nie später als 3 Stunden vor den Übungsstunden. Das gilt für alle gemeinsamen Aktivitäten! Beherzigen Sie diese Regel ein Hundeleben lang, um eine lebensgefährliche Magendrehung zu verhindern. Außerdem ist Futterbelohung – das A und O unseres Motivationstrainings – bei einem satten Hund für die Katz.

Führen Sie Ihren Hund vor jeder Übungsstunde ausreichend gassi und achten Sie darauf, dass er sich löst. Auf dem Übungsgelände muss es sauber bleiben, denn Häufchen sind Infektionsquellen, die gerade die Gesundheit Ihres Welpen besonders gefährden. Außerdem macht die Verunreinigung des Platzes mit großen und kleinen Geschäften jedes Training bald unmöglich. (Auch Hunde ekeln sich.) Während des Spielens und im Lernteil beobachten Sie Ihren Hund. Sobald er Anzeichen zum Lösen macht, tragen Sie ihn sofort kommentarlos zu einem geeigneten Löseplatz außerhalb des Übungsgeländes. Sollte trotz Ihrer Achtsamkeit ein Malheur passieren, greifen Sie bitte zu Schaufel.

Auf den angrenzenden Wegen und Feldern dürfen Häufchen nicht einfach liegen bleiben. Bitte an Kotbeutel denken.
Bevor Sie Ihre Ausrüstung für den Hund zusammenstellen, entledigen Sie sich bitte vorab Ihrer Designer-Klamotten und ziehen Sie hundeplatzgerechte Kleidung an. Alles, was Sie brauchen, sollte in Ihren Hosen- oder Jackentaschen verstaut sein. Außer den erwähnten Kotbeuteln brauchen Sie ein geeignetes Lieblingsspielzeug (z.B. ein Hundebällchen an einer Schnur oder eine kleine Beißwurst) und Super-Leckerchen. Letztere verschwinden als Belohnung bis auf den letzten Krümel im Mäulchen des Hundes.

Alle, die mit ihren Hund trainieren, werden es Ihnen danken, denn Leckerchen-Krümel auf dem Boden sind der Sand im Getriebe des Übungsbetriebs. 

Bestens geeignet als Lieblings-Leckerli sind erbsengroße (!) Bröckchen gekochten Hühner- oder Lammfleischs oder Käse.  Bitte niemals Schokolade (hoch giftig) oder rohes/unzureichend erhitztes Fleisch ( kann die Aujetzkysche Krankheit übertragen, tödlich!)

Bei den Übungen führen Sie Ihren Hund mit einem breitem Halsband (keine Kette!) an einer Führleine (keiner Flexi!).

Die Ziele, der Ablauf

Wir wollen Ihren Hund im Aufbau eines stabilen und positiven Sozialverhaltens zu Artgenossen und Menschen unterstützen.

Glauben Sie bitte nicht, der Besuch einer Welpenstunde sei der Garant einer späteren Rundum-Verträglichkeit; die Entwicklung des Welpen hängt von vielen Faktoren ab. Das Erlernen der Beißhemmung und einiger Fremdsprachen und Kommunikationsregeln sind ein solides Fundament, auf das Sie weiter bauen können. 

Und: Spielen macht Spaß! Auch wenn es dabei of rauer zugeht, als Ihren Nerven lieb ist! Welpen spielen aggressiv. (Oder kennen Sie Kinder, die nur „Friede, Freude, Eierkuchen“ spielen?) Sie müssen also nicht überängstlich sein und den Welpen in Watte packen. Wir erklären Ihnen, wie Sie erkennen, ob Ihr Welpe sich beim Spielen wohl fühlt – und gehen dazwischen, wenn das Spiel in Mobbing oder Drangsalierung kippt.

Viele Besucher/Innen unserer Welpenstunde sind übrigens unsicher, wie sie sich bei der Begegnungen ihres Kleinen mit erwachsenen Hunden verhalten sollen. Es geht den Hunden wie den Leuten – nicht jeder ist ein Kinder(Welpen)freund! Die Mehrheit der erwachsenen Hunde ist Kleinen gegenüber tolerant und/oder lässt sich durch ihre Beschwichtigungssignale besänftigen. Das Zurechtweisen nerviger Jungspunde ist so normal wie der Opa, der mit einem kleinen Machtwort seine Ruhe einfordert. Ihr Hund braucht die Begegnung mit Alttieren, auch die Erfahrung, dass und wie sie Grenzen setzen. 

Der viel zitierte „Welpenschutz“ ist allerdings ein Mythos – eine Minderheit erwachsener Hunde ist zum adäquaten Umgang mit Welpen – aus verschiedenen Gründen – nicht in der Lage und mobbt, unterwirft oder beißt (selten bis zum Ernstfall).

Verantwortungsbewusste Hundeführer solcher Hunde werden Ihnen aus dem Weg gehen.

Im Zweifelsfall verständigen Sie sich bei Begegnungen, wie der erwachsene Artgenosse auf Welpen reagiert. 

 

 

Auf dem Übungsprogramm der Welpenstunde – zwischen Spiel- und Übungssequenzen gibt es die  obligaten „Pieselpausen“ – stehen altersgerechte Trainingshäppchen zur Förderung der mentalen und motorischen Entwicklung Ihres Kleinen.

Dabei beziehen wir auch Sportgeräte aus Agility und THS ein.

An eine sportliche Frühförderung auf dem Weg zum Pokalsieg denken wir nicht!

Ihr Kleiner soll einfach lernen, dass gemeinsames Bewältigen kleiner Aufgaben und Hindernisse mit Frauchen und Herrchen ein feine Sachen ist. Wenn das ein oder andere Gerät nicht seine Sache ist, forcieren Sie nichts. Lernen Sie seine Vorlieben kennen und akzeptieren sie sie. Die meisten Skeptiker unter den Hunden lassen sich ohnehin schnell von ihren Spielkameraden überzeugen, dass es Spaß macht, durch Tunnel zu laufen oder über Hürden zu springen.

Auch Warten soll gelernt werden; eine gewisse Frustrationstoleranz gehört zum Leben. Wie auch immer Sie auf Ihren ungeduldigen Hund einreden – tadelnd oder beruhigend –, Sie fördern seine Ungeduld nur. Bleiben Sie also gelassen und signalisieren Sie ihm, dass eine gewisse Wartezeit im Training selbstverständlich ist.

Wir gehen davon aus, dass Sie sich einen selbstsicheren Begleiter wünschen, der Ihnen mit Freuden und voller Vertrauen folgt – und  keinen tumben Befehlsempfänger  mit gebrochener Persönlichkeit.

Zwang und Druck sind kontraproduktiv!

Ihr Hund folgt Ihnen, weil er Ihnen vertraut und Sie als souveräne Führungspersönlichkeit schätzt. Und, weil es so viel Spaß macht, mit Ihnen unterwegs zu sein. Wenn Sie ihn zu sich rufen, lohnt es sich, bei Ihnen anzukommen. Deshalb bieten wir Ihnen viele schöne Abrufübungen an.

Natürlich geben wir Ihnen auch Erziehungstipps und nehmen uns – nach der Welpenstunde oder ausführlich am Telefon – Zeit für Ihre Fragen. Dabei haben wir keine Patentrezepte, sondern erarbeitetes kynologisches Wissen im Kopf – und Sie und Ihren Hund als individuelles Team vor Augen. 

Und wenn der Welpenkurs gelaufen ist? Dann ist Ihr Hund ein fröhlicher Teenie und bereit für die Teenie-Gruppe. Sie können, aber müssen nicht weitermachen. Fragen Sie doch Ihren Hund! Sie werden sehen, dass es ihm bei uns gefällt.

 

Viel Spaß beim Lernen, Zuschauen, Fachsimpeln mit Gleichgesinnten, beim Feiern, beim Wandern...Und jetzt geht´s endlich los!

 

Mensch und Hund Saar e.V. Mitgliedsverein im DVG | info@muh-saar.de